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[DE]Review: ICS KORTH PRS

Aktualisiert: 1. Sept 2019

Review zur neuen Airsoftpistole KORTH PRS von ICS Airsoft unter exklusiver Lizenz von Begadi.


Erstmal vielen Dank an ICS Airsoft und Begadi für die Unterstützung und Bereitstellung der ICS KORTH PRS für das Review. Und auch an das Airsoftcenter Allgäu, wo einige der Bilder im Rahmen eines Spieltags entstanden sind. Bevor es losgeht ein Kommentar in eigener Sache - ich bin ICS Captain 2019, jedoch beeinträchtigt das nicht meine ehrliche Meinung rund um die Stärken oder Schwächen des Produkts.


Übersicht

Meine Reviews sind meist recht ausführlich, da ich versuche möglichst viele Informationen über die unterschiedlichsten Bereiche zu liefern. Da jeder andere Präferenzen hat, findet ihr hier vorab eine Übersicht der Inhalte, so dass man ggf. zum relevanten Thema direkt scrollen kann:

  • Hintergrund

  • Fakten

  • Unboxing und erster Eindruck

  • Ausstattung: Externals

  • Ausstattung: Internals

  • Performance

  • Praxistest

  • Fazit

Hintergrund

Die KORTH PRS konnte ich zum ersten Mal auf der IWA 2019 in der Hand halten und fand sie direkt eine der spannendsten Pistolen die dieses Jahr rauskommen. Ein Lizenzmodell vom deutschen Hersteller KORTH, die für Qualität und Hochwertigkeit stehen als Airsoftversion? Das schreit nach einem Review!

Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als die KORTH PRS bei Begadi endlich verfügbar war und ich sie nun genau unter die Lupe nehmen kann. Wie Willi Korth schon sagte:

"Es war schon immer etwas Besonderes, einen KORTH zu besitzen!"

Und ich war sehr gespannt, ob sich das auch von der Airsoftversion der PRS sagen lässt, für die Begadi die weltweite Lizenz besitzt und mit ICS Airsoft umgesetzt wurde. Das Vorbild aus Real Steel kostet je nach Ausführung zwischen 4.000 - 5.000 EUR. Dagegen ist die PRS als Airsoftpistole für einen Preis von 169 bis 229 EUR (Stand August 2019) vergleichsweise günstig. Auch Begadi bietet zwei Versionen an - mit und ohne Kompensator. Das Review ist für die Standardversion ohne Kompensator.


Bevor wir damit beginnen, noch ein paar allgemeine Informationen:

Der Name PRS steht für "Pistol Rolleraction System" - zu deutsch "Pistole mit Rollenverschlusssystem". Das System bietet vor allem den Vorteil eines fixen Laufs, was sich positiv auf die Präzision auswirken kann. Auch die Airsoftpistole verfügt über den fixen Lauf, der beispielsweise auch von Vorteil ist, wenn man Anbauteile wie einen Kompensator oder Tracer anbringen möchte - dazu aber später mehr und schauen wir uns erstmal die Fakten der Airsoftversion von ICS an.


Anmerkung zu den Bildern im Review:

Bei mir stand direkt ein Spieltag an und ich habe mit der KORTH PRS den ganzen Tag gespielt und die Bilder sind größtenteils im Anschluss auf dem Spielfeld entstanden. Normalerweise versuche ich erstmal einige Bilder direkt nach dem Auspacken zu machen, aber ich wollte mir die Chance nicht nehmen lassen, die Waffe für das Review ausgiebig zu testen. Dementsprechend könnt ihr auf den Bildern zum Teil Gebrauchsspuren feststellen, die vom Spielbetrieb stammen.

Fakten

Wie schon einleitend geschrieben, gibt es die KORTH PRS bei Begadi in zwei Versionen:

  • ICS KORTH PRS GBB, regular für 169 EUR

  • ICS KORTH PRS GBB, XL Version mit Kompensator für 229 EUR

Die Unterscheidung ist relativ simpel - die Version mit Kompensator ist etwas länger und Begadi verbaut einen 112 mm Tuninglauf. Der von Retro Arms gefertigte Kompensator steht in zwei Ausführungen (mit und ohne Löcher) zur Auswahl. Die XL Version gibt es weltweit exklusiv bei Begadi und das Design mit dem Kompensator basiert auf der Real Steel Version (s. Webseite von Korth).


Die "regular" Version hat einen 85 mm Lauf verbaut und das sind die grundlegenden Features:

  • Von KORTH lizensierter Body im Verhältnis 1:1

  • REVO High Performance Valve System

  • Einstellbarer Trigger

  • Fixer Lauf

  • Fire Control System TM kompatibel

  • Stahlkomponenten

  • SUS301 Stainless Steel Searing Spring

  • Doppelte Sicherungsfunktion

  • Einstellbares Hop-up

  • 3-Punkt fluoreszierende Visierung

  • Austauschbare Griffplatte

  • Inkl. CCW 14mm Barrel Adapter

Die PRS bringt ohne Magazin ein Gewicht von 545g und mit von 779g auf die Waage. Ein Magazin fasst 15 BBs und wie die ICS BLE XAE verfügt sie über ein 11mm Positivgewinde (CW) im Außenlauf. Die Leistung gibt Begadi mit 0,5 - 0,6 Joule an.

Unboxing und erster Eindruck

Die Waffe kommt in einer schwarzen Verpackung. Auf dem Deckel prangt der originale Schriftzug von KORTH in rot mit ihrem Claim "Living Passion" in gold. Zusätzlich befindet sich ein Siegel von Begadi auf der Verpackung, was es als "Licensed Product" auszeichnet. Auf den Seiten findet man diverse Logos von ICS und die genaue Produktbezeichnung inkl. Modellnummer. Auf dem Boden des Kartons sind dann noch diverse Warnhinweise mehrsprachig aufgedruckt.

Kommen wir endlich zum Inhalt - im Lieferumfang enthalten sind die folgenden Dinge:

  • KORTH PRS

  • Magazin

  • Reinigungsstab

  • Adapter von 11 auf 14mm

  • Bedienungsanleitung (inkl. Übersicht mit Teilenummern)

Geschützt wird der Inhalt durch eine Schicht Schaumstoff oben und unten, sowie zusätzlicher Luftpolsterfolie, in der die Waffe eingepackt ist.


Darüber hinaus hatte ich noch die Griffschalen aus Holz bestellt, die ich auch direkt angebracht habe. Sie sind bei Begadi für 44,90 EUR erhältlich (Stand August 2019).

Mein erster Eindruck war ein kleines "wow". Die Waffe wirkt sehr gut verarbeitet und es klappert nichts. Der Schlitten lässt sich geschmeidig zurückziehen und es gibt keine erkennbaren Spaltmaße. Sie hat ein sehr sauberes schwarzes Finish. Das Gewicht mit Magazin empfinde ich als sehr angenehm und gut ausbalanciert. Gegenüber dem realen Vorbild wiegt sie allerdings ca. 400g weniger.


Ausstattung: Externals

Markings

Apropos reales Vorbild - der Body wurde im Verhältnis 1:1 von KORTH lizenziert. Auch die Markings entsprechen ziemlich genau dem Original und es gibt keine zusätzlichen Herstellerlogos von ICS. Einzig der Importeur, die Kaliberangabe und das F im Fünfeck findet man an einer recht dezenten Stelle am Abzugsbügel.


Hier die Markings im Detail:

Links

Der "KORTH"-Schriftzug befindet sich auf der linken Seite des Schlittens.

Marking: "Korth". Die Griffschale aus Holz muss als Zubehör separat bestellt werden.

Rechts

Im vorderen Bereich des Bodies steht der Schriftzug "Waffenfabrik Korth Germany" und dahinter auf einer kleinen silbernen Platte die Seriennummer.

Marking: "Waffenfabrik Korth Germany" und eingelassene Seriennummer.

Abzugsbügel

Unterm Abzugsbügel befindet sich das F im Fünfeck. Die Angabe zum Importeur "BEGADI", die Kaliberangabe "Cal. 6mm BB" und "PRS". Die Positionierung und Ausführung finde ich sehr gelungen, da sie kaum auffällt.

Marking: Die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Angaben rund um das F im Fünfeck.

Schlitten

Haptik

Wie beim ersten Eindruck erwähnt, lässt sich der Schlitten einfach nur butterweich zurückziehen. Die Passform ist außergewöhnlich gut, dass nichts klappert und durch den festen Lauf wird die Stabilität zusätzlich erhöht.


Allerdings war ich beim Zurückziehen erstmal verwundert. Es befindet sich relativ viel Fett auf dem Außenlauf und der Grund wurde dann relativ schnell klar: Beim Zurückziehen machen Schlitten und Lauf Rutschgeräusche, die irgendwie nicht zur sonst tadellosen Verarbeitung passen. Das Problem hat auch schon Reaper in seinem Review beschrieben und ich habe erstmal anderes Fett und PTFE Trockenschmierspray probiert, jedoch hatte das keine positive Auswirkung auf das Geräusch. Letztendlich muss man wohl etwas am Außenlauf nachschleifen, um das Geräusch abzustellen, wenn es einen stört.


Wichtig: Trotz des Geräuschs läuft der Schlitten absolut geschmeidig und man hat nicht das Gefühl, dass etwas reibt. Das ist tatsächlich nur ein Fehler auf der Tonspur.

Schlittenfang

Der Schlittenfang greift zuverlässig, wenn das Magazin leer ist und man kommt sehr gut mit dem Daumen an den Slide Stop , um ihn wieder zu lösen.

Abzug

Die Pistole verfügt über einen einstellbaren Abzugsweg. Den kann man direkt mit dem passenden Inbusschlüssel über eine Madenschraube einstellen. Indem man die Schraube reindreht verkürzt man den Abzugsweg und der Hammer kann prinzipiell schneller auslösen. Ich persönlich merke da nicht wirklich einen Unterschied, aber wer da noch ein paar Prozent bei der Performance herauskitzeln möchte, der hat die Möglichkeit dazu.


Was ich sehr mag, das ist das Design des Abzugs und Abzugsbügels. Hier wird die Form wieder aufgegriffen und die kleine Nase am Bügel verpasst der Pistole einen aggressiven Look. Zudem unterstützt die Form das beidhändige Halten der Waffe.

Sights

Die KORTH PRS verfügt über eine klassische 3-Punkt-Visierung. Es wurde hier fluoreszierende Farbe aufgetragen, was in dunklerer Umgebung das Anvisieren unterstützt.

Die Sights sind jeweils mit einer Schraube von unten mit dem Schlitten verschraubt.

Sicherung

Die Pistole verfügt ähnlich wie eine 1911er oder HiCapa über eine Handballensicherung und einem Safety Lever. Bei meiner HiCapa haue ich manchmal unbeabsichtigt im Spiel die Sicherung rein, das ist mir bei der KORTH PRS nicht passiert.


Griff

Wie eingangs erwähnt, habe ich als erste Handlung die Griffschalen gegen die separat erhältlichen aus Holz getauscht. Gegenüber den Standardschalen aus einfachem Plastik verbessern sie die Haptik und den Look drastisch. Der Austausch erfolgt in wenigen Handgriffen, man muss nur zwei Schrauben auf jeder Seite lösen und kann die Griffschalen austauschen.


Hier die beiden Optionen im Überblick (Copyright ICS Airsoft):


Es handelt sich um ein rotes Sandelholz (Pterocarpus santalinus) und zählt zum hochwertigsten Holz für Möbel im alten China, der Ching / Manchu-Dynastie. Das Holz wollte ursprünglich ein Waffenhersteller für den Stock seiner Waffen nutzen, jedoch kam dort etwas dazwischen und so hat ICS die Chance ergriffen und zugeschlagen, um daraus die optionalen Griffschalen für die KORTH PRS herzustellen. Die Griffschalen werden zu einem gewissen Grad limitiert sein, was ggf. für Sammler relevant ist, da das Holz sehr schwer zu bekommen ist.

Unterlaufschiene

Die Pistole verfügt über eine 20 mm Unterlaufschiene. Sie hat eine Länge von ca. 6 cm und bietet 4 Positionen.


Außenlauf

Eine Besonderheit der KORTH PRS ist der fixierte Lauf. Dadurch gewinnt sie im besten Fall an Präzision, weil einfach weniger Teile in Bewegung sind. Dies trägt auch positiv zur gesamten Haptik bei, weil dadurch weniger Teile wackeln können.


Alles ist aus Metall und der Außenlauf verfügt über ein Innengewinde mit 11 mm Durchmesser. Das begrüße ich als Spieler sehr, jedoch handelt es sich um ein Positivgewinde und so kann ich beispielsweise meinen Tracer (XCortech XT301) nicht direkt anbringen.


Hierfür muss man zum einen den Adapter des Tracers plus den mitgelieferten Adapter von ICS nutzen. Das führt dazu, dass man ziemlich an Länge zulegt und ist alles andere als ideal. Wie auch schon bei der XAE würde ich mir wünschen, dass man das Gewinde anders herum fräst, damit man die gängigen Tracer ohne Adapter nutzen kann.

Magazinauswurf

Der Magazinauswurf funktioniert problemlos. Beim Drücken des Mag Release fällt das Magazin unmittelbar heraus. Wie beim originalen Vorbild ist der Mag Release Button nur ein kleiner runder Knopf. Personen mit kleineren Händen können unter Umständen Probleme haben den Mag Release direkt mit dem Daumen zu erreichen, so dass man ggf. etwas umgreifen muss.

Das Einlegen des Magazins hat am Anfang nicht ganz so reibungslos funktioniert, sprich es hat öfters etwas geharkt und ich musste mehr Kraft aufwenden bzw. den Mag Release Button auch beim Einlegen leicht drücken. Im Lauf des ersten Spieltag ist das Problem irgendwann nicht mehr aufgetreten, so dass ich dann das Magazin problemlos einführen konnte. Leider hat dadurch das Finish am Magazin etwas gelitten und man hat sehr schnell Abnutzungsspuren, wenn man es weniger zimperlich benutzt.

Abnutzungsspuren am Magazin nach einem Spieltag. Im Magazin ist testweise ein Gas Router von Nineball (lila) verbaut.

Magazin

Ein Magazin fasst insgesamt 15 BBs und damit eignet sich die KORTH PRS eher als Zweitwaffe, da man sonst je nach Spielstil relativ viele Magazinwechsel vornehmen muss. Ich habe in meinen anderen Pistolen Magazine mit 25 BBs aufwärts und dementsprechend merke ich die geringere Menge stark, wenn ich sie als Erstwaffe spiele.


Das Befüllen erfolgt über ein kleines Loch. Die Anleitung sieht ein Befüllen von Hand vor und ich habe mir mit dem Speedloader und Handschuhen zum Teil auch schwer getan die BBs einzufüllen. Am Ende ist es wahrscheinlich Gewohnheit, aber ich präferiere weitere Öffnungen, um schneller nachzuladen.

Eine Besonderheit sind die REVO Ventile, die bei der KORTH PRS von Haus aus verbaut sind. Das Einfüllventil verfügt über eine Art "Entlüftung", bedeutet beim Befüllen entweicht darüber Luft aus dem Magazin und man merkt, dass das Magazin voll mit Gas befüllt ist, wenn Gas austritt. Dadurch verbläst man zwar immer etwas Gas, aber man bekommt so effektiv mehr ins Magazin und kann mehr Schüsse abgeben. Das ist erstmal etwas ungewohnt, aber am Ende ziemlich praktisch, da man so genau weiß, wann das Magazin voll ist und man das Maximum herausholen kann.


Das Auslassventil verfügt über Einstellungsmöglichkeiten um den Gasfluss zu regulieren. Beim Rausdrehen kann mehr Gas austreten und dadurch erhöht sich die Energie und durch das Reindrehen entsprechend umgekehrt. Das ist ähnlich einem NPAS und so kann man die Pistole bei Bedarf an bestimmte Limits auf einfache Art und Weise anpassen.


Ausstattung: Internals

Um an die Internals zu kommen muss man das Magazin entfernen und dann den Schlitten nach hinten ziehen, so dass die Ausfräsungen über dem Slide Stop sind. Dann kann man diesen rausziehen und den Schlitten nach vorne abziehen. Das dauert 2 Sekunden, so dass man bei Bedarf schnell an das Hop-Up oder die anderen Internals kommt.

Bei der KORTH PRS sind erfreulicherweise einige Internals aus Stahl gefertigt und somit langlebiger als oft Teile aus Aluminium oder Spritzguss. Dazu gehören:

Copyright ICS Airsoft and Begadi GmbH

Zudem sind einige Teile zu TM kompatibel, so dass man zusätzliche Alternativen hat. Konkret sind dies:

  • Hop-Up Unit

  • Bucking

  • Innenlauf

  • Hammer

  • Grip Plates

Selbst überprüfen konnte ich die Hop-Up Unit, das Bucking und den Innenlauf. In Foren lese ich, dass andere Grip Plates nur bedingt kompatibel sind und man ggf. etwas nachbearbeiten muss.


Innenleben im Detail

Nach dem Öffnen fällt auf, dass auch im Inneren die Teile gut gefettet wurden. Bei Bedarf hat man die Pistole aber sehr schnell gereinigt.

Hop-Up

Die Hop-Up Kammer ist sehr gut verarbeitet und ich würde sie auf einen Level mit der von Maple Leaf für die 1911er einstufen. Das Hop-Up-Wheel lässt sich gut drehen und sitzt aber so fest, dass man kein eigenständiges Verstellen befürchten muss. Zum Ver- bzw. Einstellen ist es notwendig, dass man den Slide abzieht.


Qualitativ ein Update ist die Unit von Dynamic Precision, die Begadi ebenfalls als Tuningoption anbietet. Aber hier hat Qualität seinen Preis und sie ist entsprechend teuer. Am Ende muss die Unit gut abdichten, alles fest sitzen und der Hop-Up-Arm einen gleichmäßigen Druck auf das Bucking ausüben können. Alles was die Unit von ICS erfüllt.


Das Bucking liefert gute Ergebnisse in Bezug auf Präzision und Reichweite. Bei Bedarf lässt es sich gegen andere TM kompatible GBB Buckings austauschen und Begadi hat hierfür diverse Optionen im Angebot.


Ich nutze in meinen GBBs nach Möglichkeit die Buckings von Maple Leaf. Sie verbessern eigentlich immer die Präzision, oft auch die Reichweite und dichten meist besser ab, was sich positiv auf die Energie auswirkt. Bei der KORTH PRS würde ich ein sehr weiches Bucking mit 50° nutzen. Es gibt die Gummis von Maple Leaf in unterschiedlichen Ausführungen (Wonder, Autobot, Deception) und ehrlich gesagt kann ich euch nicht sagen, wo tatsächlich die Stärken und Schwächen liegen. Laut Beschreibung ist Autobot für mehr Distanz, Decepticon für mehr Präzision und Wonder für mehr von Beidem ausgelegt. Da ich mich da nicht entscheiden kann, habe ich einfach das Wonder genommen. Beachtet, dass ein neues Bucking um die 500 Schuss braucht, bis es sich eingeschossen hat.

Lauf

Es ist ein 6.03 mm Tuninglauf mit einer Länge von 85 mm verbaut. Vorne am Laufe befindet sich eine leichte Einkerbung mit einem eingelassenen O-Ring, der wie ein Spacer fungiert. Hierdurch sitzt der Innenlauf sehr gut im Außenlauf.


Begadi verbaut bei der XL Version von Haus aus einen 112 mm Tuninglauf, um die Energie und Präzision zu verbessern. Man kann prinzipiell auch den vorhanden Lauf gegen einen engeren oder längeren Lauf ersetzen, wodurch ggf. die Präzision und Energie gesteigert werden.


Persönlich bin ich aber mit dem Standardlauf zufrieden und würde kein zwingendes Upgrade empfehlen.

Nozzle und Blowback Unit

Die KORTH PRS hat von Haus aus relativ wenig Energie, was kein Problem sein muss und was wir uns im nächsten Abschnitt noch genauer anschauen. Beim Abgeben der Energie ist sie allerdings oft etwas inkonsistent. Bedeutet es gibt eine bemerkbare Schwankung der Joule/FPS beim Schießen. Das kommt vor allem daher, dass die Kombination aus Blowback Unit, Pistonhead und Nozzle nicht optimal funktioniert, so dass man beim Schießen oft einen starken Gasaustritt hat.


Begadi hat viel Zeit investiert, damit sie für Spieler eine gute Lösung anbieten können. Herausgekommen ist eine Kombination aus dem CNC Alu Housing von Guarder mit dem Deep Fire Bubo Scandi Dyna Pistonhead. Diese Kombi dichtet im Zusammenspiel mit dem Standard-Nozzle deutlich besser ab und sorgt für mehr Konsistenz (s. den Test im nächsten Abschnitt). Für den Einbau muss Begadi die Unit leicht bearbeiten, aber das Ergebnis ist sehr positiv und eine klare Empfehlung für das Tuning aus der Werkstatt von Begadi!


Performance

Um die Thematik rund im die Konsistenz genauer zu betrachten, habe ich diverse Tests mit unterschiedlichen Kombinationen durchgeführt. Hierfür habe ich drei Setups getestet:

  • Stock

  • Stock mit Upgrade des Gas Routers im Magazin (Nineball)

  • Guarder BBU mit Bubo Pistonhead und Nineball Gast Router im Magazin

Getestet wurde mit 0.256g BBs bei einer Temperatur von 25 Grad und dem Swiss Arms Extreme Gas mit einem relativ zügigen Schusszyklus:

Bei der ersten Testreihe "Stock" ist die Energie mit einem Schnitt von 0,66 Joule höher als von Begadi mit 0,5 - 0,6 Joule angegeben wird. Auffällig ist die starke Inkonsistenz wodurch eine Schwankung von 0,11 Joule zwischen dem niedrigsten und höchsten Wert entsteht.


Die zweite Testreihe mit dem Nineball Gas Router im Magazin weist sehr ähnliche Ergebnisse auf. Interessanterweise hat sich dadurch die Energie auf einen Schnitt von 0,72 Joule erhöht. Die Schwankung ist mit 0,10 Joule fast identisch. Dafür kann man 3 BBs mehr verschießen mit einer Gasfüllung. Das Ergebnis spricht dafür, dass der Gasfluss inkl. Abdichtung zwischen Magazin und Nozzle durch den Gas Router verbessert wird.


Im letzten Test bin ich in die Vollen gegangen und haben auch noch die empfohlene Blowback Unit von Guarder mit dem Bubo Pistonhead verbaut. Dadurch wurde die Energie wieder auf einen Schnitt von 0,65 Joule gesenkt. Bemerkenswert ist, dass die Schwankungen sich nur noch auf 0,02 Joule belaufen und es war möglich 3 weitere BBs abzufeuern, insgesamt also 35 Stück mit einer Gasfüllung (Stock: 29 pro Füllung). Der kleine Wert bei den Schwankungen ist absolut top und unterstreicht, dass man sich dieses Tuning gönnen sollte.


Praxistest

Mit dem Ergebnis auf dem Papier war ich erstmal sehr zufrieden und habe die Pistole direkt zu einem Spieltag im Airsoftcenter Allgäu am nächsten Tag ausgeführt. Hallentypisch wird dort CQB gespielt und es bietet somit perfekte Bedingungen für das Spielen mit einer Pistole.


Zuerst das Hop-Up genau eingestellt und dann ging es beim Anpfiff nur mit der Pistole auch schon los! Die ersten Gegner haben nicht lange auf sich warten lassen und ich konnte mit der KORTH direkt erste Hits landen, bevor ich zu übermütig wurde und ohne Munition hinter meiner Deckung stand.


Mit der Pistole pflege ich einen recht aggressiven Spielstil und bin es gewohnt den Gegner auch mal mit ein paar Salven unter Druck zu setzen. Vom Cooldown gab es da keinerlei Probleme, auch beim schnelleren Schießen. Allerdings hat man das Magazin mit 15 BBs sehr schnell leer. Und durch die kleine Öffnung im Magazin kann man nicht so schnell nachladen.


Deswegen eignet sich die KORTH PRS aus meiner Sicht besser als Backup, wenn man nicht so viele Magazine besitzt. In der zweiten Tageshälfte habe ich sie auch so gespielt und das hat sehr gut funktioniert. Sie liegt geschmeidig in der Hand und ich muss auch das Holster loben. Kein klappern, viele Einstellmöglichkeiten und man kann die Pistole sehr schnell ziehen und auch wieder verstauen. Es handelt sich dabei um ein spezielles Hartschalenholster aus Kydex, in das alle Versionen der Korth PRS passen und was es bei Begadi für 19,90 EUR (Stand August 2019) zum Kaufen gibt.


Fazit

Die KORTH PRS ist ein gelungener Nachbau des dt. Originals. Für Sammler ist sie wegen der Lizenz von KORTH und den Markings sehr interessant. Die austauschbaren Griffschalen schaffen einen gewissen Grad an Möglichkeiten zur Individualisierung und Spieler bekommen ein außergewöhnliches und ungesehenes Modell. Die maßgeblichen Teile für Präzision sind TM kompatibel und man hat dadurch einige Alternativen auf dem Zubehörmarkt. Die vielen Internals aus Stahl runden das Gesamtpaket ab.


Damit alles rund läuft, sind ein paar Anpassungen notwendig, wie der Austausch der Blowback-Unit und des Pistonheads, aber dann überzeugt die KORTH mit hoher Konstanz. Etwas störend empfinde ich die geringe Magazinkapazität und das Befüllen über die kleine Öffnung. Auch das Geräusch beim Durchladen kann man als störend empfinden. Wenn man dort nachbearbeitet, dann hat man eine tolle Pistole mit sehr überzeugender Haptik und hoffentlich lange Spaß an dem guten Stück!


Eine Kaufempfehlung für alle, die mal was anderes als eine HiCapa oder Glock möchten. Insbesondere für Sammler aufgrund der Lizenz von KORTH sehr interessant, aber definitiv auch für Spieler, wenn man noch etwas Tuning einplant.

Zusammenfassung

Vorteile

+ Haptik

+ Markings

+ TM Kompatibilität

+ Internals aus Stahl

+ Ersatzteilverfügbarkeit seitens Begadi/ICS Airsoft

+ REVO Ventile


Nachteile

- Geräusch beim Durchladen

- Magazinkapazität von 15 BBs

- Befüllung Magazin durch ein kleines Loch

- Energieschwankungen ohne Upgrade


Links

Direktlink zur ICS KORTH PRS GBB, regular

Direktlink zur ICS KORTH PRS GBB, XL Version

Direktlink zum Magazin

Direktlink zum Holster

Ersatzteile


Weitere Produkte aus dem Review bei Begadi:

Tracer Xcortech XT301

Swiss Arms Xtreme Gas

Deep Fire Bubo Scandi Dyna Pistonhead

Guarder Lightweight Nozzle Housing

Maple Leaf Wonder 50° GBB Flat Hop Bucking


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